Tinnitus-Frequenz bestimmen: So findest du deine Frequenz
Am genauesten bestimmst du deine Tinnitus-Frequenz beim HNO-Arzt oder Hörakustiker – mit kalibriertem Audiometer, kontrollierter Oktavprüfung und einem Hörtest. Diesen Weg empfehlen wir. Zu Hause geht es grundsätzlich auch, etwa mit dem Frequenzfinder in Tinnibuddy; das Ergebnis hängt aber von deinem Kopfhörer und der Umgebung ab und ist tendenziell ungenauer. Objektiv messen lässt sich der Tinnitus nie – er wird immer abgeglichen (Matching).
Warum die Frequenz so wichtig ist
Bei tonalem Tinnitus – einem Pfeifen oder Piepen mit erkennbarer Tonhöhe – ist die Frequenz der Schlüssel zu jedem frequenzbasierten Ansatz. Methoden wie Notched Music (TMNMT) filtern genau diesen Bereich aus deiner Musik. Je genauer die Frequenz, desto präziser sitzt der Filter – ein Treffer eine Oktave daneben zielt am Ohrgeräusch vorbei.
Am genauesten: beim HNO oder Hörakustiker
Wir empfehlen, die Frequenz fachlich bestimmen zu lassen. Das ist nicht nur Vorsicht – es gibt handfeste Gründe, warum das Ergebnis dort verlässlicher ist:
- Kalibrierte Technik: Audiometer und Prüfkopfhörer sind geeicht, die Umgebung ist ruhig. Gerade die hohen Frequenzen, in denen Tinnitus oft liegt, geben Alltags-Kopfhörer unzuverlässig wieder.
- Oktavverwechslung wird geprüft: Töne im Oktavabstand klingen ähnlich – das ist die häufigste Fehlerquelle beim Abgleich. Fachpersonal kontrolliert sie gezielt mit einem Oktav-Test.
- Hörtest inklusive: Das Audiogramm zeigt, ob ein Hörverlust mitspielt (Tinnitus liegt oft genau dort) – und klärt zugleich mögliche medizinische Ursachen ab.
Nicht zufällig ließ schon Tinnitracks die Frequenz grundsätzlich beim HNO-Arzt oder Hörakustiker bestimmen und erst danach in die App eintragen. Hast du deinen Wert, nutzt Tinnibuddy ihn direkt für den Filter.
Zu Hause abgleichen – die zugängliche Alternative
Du kommst nicht sofort zu einem Termin oder willst erst herausfinden, ob sich der Aufwand für dich lohnt? Dann kannst du dich selbst herantasten. Sieh das Ergebnis als gute Orientierung, nicht als geeichten Messwert – und je besser dein Kopfhörer, desto verlässlicher.
- Ruhige Umgebung schaffen. Leise, ohne Nebengeräusche, damit du dich konzentrieren kannst.
- Kopfhörer aufsetzen, Lautstärke niedrig. Die Vergleichstöne sollen ungefähr so laut sein wie dein Tinnitus, nicht lauter.
- Grob herantasten. Stimme einen Testton von tief nach hoch durch, bis du in den Bereich deines Tinnitus kommst.
- Fein abgleichen. Verändere die Frequenz in kleinen Schritten, bis der Ton möglichst nah an deinem Ohrgeräusch liegt.
- Oktave gegenprüfen. Vergleiche bewusst die doppelte und halbe Frequenz und wiederhole den Abgleich an verschiedenen Tagen. Stabile Wiederholbarkeit ist ein gutes Zeichen.
Die drei Wege im Vergleich
| Weg | Genauigkeit | Aufwand / Kosten |
|---|---|---|
| HNO-Arzt / Hörakustiker (empfohlen) | Gold-Standard: kalibriert, mit Oktav-Test und Audiogramm | Termin nötig; klärt zugleich medizinische Ursachen ab |
| App-Frequenzfinder | Geht – aber geräteabhängig und tendenziell ungenauer | Kostenlos in Tinnibuddy, jederzeit; direkt mit dem Filter verbunden |
| Online-Hörtest / Tuning-Tool | Nur grobe Orientierung, stark von Gerät & Kopfhörer abhängig | Kostenlos, jederzeit – als allererster Anhaltspunkt |
Die häufigsten Fehlerquellen zu Hause
- Oktavverwechslung: Sehr viele Betroffene treffen den richtigen Ton, liegen aber eine Oktave daneben. Prüfe bewusst auch die doppelte und halbe Frequenz.
- Tagesform: Lautheit und Tonhöhe schwanken. Mehrere Messungen an verschiedenen Tagen sind aussagekräftiger als eine einzelne.
- Zu hohe Lautstärke: Laute Vergleichstöne verfälschen das Ergebnis und sind unnötig belastend fürs Gehör.
- Schlechter Kopfhörer: Günstige Ohrhörer geben hohe Frequenzen oft ungenau wieder – worauf es ankommt, steht in Welche Kopfhörer fürs Tinnitus-Training.
Hast du deine Frequenz, kannst du direkt hören, was sie bewirkt: Im A/B-Vergleich schaltest du den Filter an und aus – mehr dazu im Beitrag Notched Music & TMNMT.
Häufige Fragen
Sollte ich die Frequenz beim HNO bestimmen lassen?
Ja, das empfehlen wir. Beim HNO-Arzt oder Hörakustiker wird die Frequenz mit kalibriertem Gerät und einem Oktav-Test am genauesten bestimmt, und ein Hörtest klärt zugleich mögliche Ursachen ab. Der Frequenzfinder in der App ist die zugängliche Alternative für zu Hause – er funktioniert, hängt aber von deinem Equipment ab und ist tendenziell ungenauer.
Kann man die Tinnitus-Frequenz objektiv messen?
Nein. Es gibt kein Gerät, das den Tinnitus direkt misst – auch beim HNO wird er abgeglichen (Matching): Du vergleichst Testtöne mit deinem Ohrgeräusch. Kalibrierte Technik und der Oktav-Test machen diesen Abgleich beim Fachpersonal aber zuverlässiger als zu Hause.
Welche Frequenz hat Tinnitus typischerweise?
Sehr unterschiedlich – häufig liegt tonaler Tinnitus im hohen Bereich von etwa 3.000 bis 8.000 Hz, oft nahe einem vorhandenen Hörverlust. Deine persönliche Frequenz lässt sich aber nur individuell abgleichen, nicht aus Durchschnittswerten ableiten.
Warum finde ich beim Abgleich mehrere passende Töne?
Das ist meist die Oktavverwechslung: Töne im Oktavabstand klingen ähnlich. Prüfe gezielt die doppelte und halbe Frequenz und entscheide dich für den Ton, der am besten passt und sich wiederholen lässt. Genau diese Verwechslung kontrolliert das Fachpersonal beim HNO mit einem eigenen Test.
Brauche ich Kopfhörer?
Ja, empfehlenswert. Über Kopfhörer kannst du die Frequenz ruhiger und genauer abgleichen als über Lautsprecher. Achte auf niedrige Lautstärke – die Vergleichstöne sollen nicht lauter sein als dein Tinnitus. Welche Kopfhörer sich fürs Training eignen – und warum Noise Cancelling stört – steht in Welche Kopfhörer fürs Tinnitus-Training.
Quellen
Finde deine Frequenz. Hör deine Musik – ohne sie.
Der Frequenzfinder, der Testton und der A/B-Vergleich sind kostenlos. Du hörst den Unterschied in unter drei Minuten – ganz ohne Konto-Risiko.